Bücherregal,  Rezension

„Leichenblässe“ von Simon Beckett

DR. HUNTER IST ZURÜCK

Bei seinem letzten Einsatz ist David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Nicht vollständig genesen, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Bis ein alter Freund den Forensiker um Hilfe bittet: In einer Jagdhütte in den Smoky Mountains wurde ein Toter gefunden. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt. Die Spuren sind widersprüchlich. Und David Hunter ist im Begriff, einen folgenschweren Fehler zu begehen …

„Das Blut fließt wirbelnd das Spülbecken hinab und durchzieht das kalte Wasser aus dem Hahn mit roten Marmorstreifen. Ein Fleischstück, das jetzt, wo das Blut herausgespült wurde, nur noch blassrosa ist, bleibt im Ausguss hängen. Du drückst es mit einem Finger durch die Löcher, bis es weg ist.“

Rezension

Und wieder ein Beckett, den ich schnellstmöglich beendet habe. Das ist ein gutes Zeichen! Nachdem Becketts Thriller Tiere auf meinem Verriss Stapel gelandet ist, bin ich froh wieder ein tolles Buch des Schriftstellers in der Hand gehabt zu haben.

Der englische Anthropologe David Hunter ist auf einer Geschäftsreise in den Vereinigten Staaten und wird von einem befreundeten Kollegen zu einer Ermittlung hinzugezogen. Hin und her gerissen von dem Interesse an dem Fall und seiner selbstkritischen Einstellung nach seinem letzten Fall und dessen Folgen, entscheidet sich Hunter letztendlich seinem Kollegen so gut es geht zu helfen. Dadurch gelangt er – typisch für einen Hunter Fall – ins Kreuzfeuer und rückt immer mehr ins Auge des Täters.

An diesem Buch hat mir der stete Wechsel zwischen den Perspektiven der einzelnen Charaktere besonders gefallen. Immer wieder während eines Kapitels im Kopf des Täters zu landen und seine Gedanken und Handlungen aus erster Hand mitzuerleben, sorgten für große Spannung. Auch wenn sich meine erste Vermutung, wer der Täter ist, am Ende als richtig rausgestellt hat, war ich zwischenzeitlich skeptisch und habe an meiner eigenen Intuition gezweifelt. Für mich ist das ein Zeichen einer guten Story.

Der Grund für den Abzug eines Bewertungsherzens ist tatsächlich eine rein persönliche Entscheidung und ist nicht mit dem Inhalt oder dem Schreibstil des Thrillers in Verbindung zu bringen. Ich hatte bereits während des Vorgängerromans Kalte Asche große Probleme die verschiedenen Charaktere auseinander zu halten und da außer Hunter selbst keine bereits bekannten Personen erneut vorgekommen sind, hat sich das Dilemma für mich verstärkt.

Trotz der kleinen Kritik am Ende bekommt Leichenblässe von mir eine klare Kaufempfehlung.

Produktdetails

Autor: Simon Beckett

Seiten: 414

Herausgeber: rororo

Erscheinungsdatum: 17.10.2010

Originaltitel: Whispers of the Dead

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