Dies und das

„Mama, ich möchte eine Pyjamaparty machen!“

Es gibt zwei Möglichkeiten auf diese Aussage der eigenen Tochter zu reagieren. Entweder kocht eine Art Panik in einem hoch, weil man genau weiß, dass dann mindestens eine handvoll vorpubertärer Mädchen in der eigenen 75 qm kleinen Wohnung rumsausen werden. Oder man bleibt ganz cool – freut sich innerlich darauf, weil man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann (niemals dem eigenen Kind zeigen, dass man sich selbst darauf freut!). Ich gebe es zu, ich habe mich darauf gefreut! Hallo? Wie cool ist das denn? Eine richtige Pyjamaparty, die ich durchplanen kann und am Ende gehen die Kinder dann mit einem Lächeln nach Hause und möchten sowas gerne gleich wieder mitmachen.

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Die Idee ist da, doch was nun?

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Was macht die fortschrittliche Hausfrau und Mutter, wenn ein neues Abenteuer oder eine neue Aufgabe ansteht? Richtig! Pinterest öffnen. Viele coole Ideen erschlossen sich mir und ich begann Listen zu schreiben. Wenn du mir schon länger folgst, weißt du, dass ich es liebe für alles irgendwelche Listen zu schreiben. So vergesse ich nichts und kann gegebenenfalls immer wieder was dazu schreiben. Ich habe mir für dieses Jahr bei Nuts and Golden einen Planer gekauft und nutze ihn tatsächlich ständig. Doch für Listen und Ideen habe ich mir noch bei Rossmann ein Heftchen gekauft und kann so alles sammeln und nur die fertig ausgereiften Ideen mit in den Planer schreiben. So bleibt alles ordentlich und ich vergesse nichts. Aber ich schweife ab.

Nachdem ich alle Vorhaben und den Essensplan samt Einkaufsliste erstellt hatte, habe mich daran gesetzt alles zu beschaffen und vorzubereiten – was ein Spaß! Nele wusste nicht was ich plane und sollte auch die ganze Woche im Ungewissen bleiben, so war es auch für sie eine Überraschung.

Ein kleines Gastgeschenk für jede kleine Prinzessin

Ich habe für wenig Geld einfache weiße Pantoffeln und in der Drogerie meines Vertrauens verschiedene Pflegeprodukte gekauft. Süßigkeiten wollte ich nicht in die Gastgeschenke legen, da es den ganzen Abend wahrscheinlich genug Süßkram geben wird. Doch damit die Kinder nicht enttäuscht sind, wenn sie nur ne Zahnbürste und ein Duschbad bekommen, habe ich noch aus weißem Pappkarton kleine Püppchen gekauft, die sie anschließend bemalen oder bekleben können, doch dazu weiter unten mehr Informationen.

Beschäftigung für den Abend bis zum Abendessen

Ich habe in Neles Zimmer eine große Schlafecke mit vielen Kissen eingerichtet, außerdem die Karaokemaschine bereitgestellt. Doch das Highlight war der Basteltisch (eigentlich unser Esstisch), denn dort konnten die Mädchen ihre weißen Puppen mit Federn, Perlen, Pailletten und anderen Dingen bekleben und mit Filz- und Buntstiften bemalen. Außerdem gab es Bänder und Perlen um Ketten und Armbänder selbst zu kreieren. Zwei Stunden waren sie beschäftigt und das auch noch relativ leise. Ab und zu wurde mal getanzt und dann wieder ganz ruhig weiter gebastelt. Als dann alle ihre neuen Schmuckstücke hatten und mit ihren kleinen Püppchen zufrieden waren, ging es dann in Neles Zimmer und sie konnten ein bisschen singen und eine Kissenschlacht veranstalten. 

Was essen (fast) alle Kinder gerne?

Die Antwort war sehr leicht: Pizza. Doch da ich keine Lust hatte drei Bleche Pizza zu backen, oder sogar teuer irgendwo Pizza zu bestellen, habe ich mich für eine Abwandlung entschieden. Es gab Pizza- Muffins aus Blätterteig- super leicht gemacht und köstlich. Einfach Blätterteig aus dem Kühlfach in Quadrate schneiden und in ein gefettetes Muffinblech legen. Eine Soße aus Schmand, Ei und Pizzagewürz (wahlweise noch Tomatenmark) in die Formen füllen und zum Schluss konnten die Kinder ihre Muffins selbst mit ihren Lieblingszutaten befüllen. Das hat nicht nur allen Spaß gemacht, sondern war auch noch für jeden genau das Richtige. Das Rezept habe ich bei Chefkoch (erste Wahl, wenn es schnell gehen soll) gefunden.

Eine Nachtwanderung ist lustig

Mein persönliches Highlight war tatsächlich die Nachtwanderung. Nach dem Abendbrot haben sich die Mädels aus alten Bettlaken und weißen Tüchern Gespensterkostüme gebastelt und wir sind alle zusammen los gelaufen. Natürlich hatte ich vorher bereits eine Route „präpariert“. Es gab verschiedene Hinweise und Aufgaben. Eine nachtwanderung vorbereiten ist nicht ohne und ich habe mir tatsächlich auch hier ein bisschen Hilfe geholt (Pinterest ich liebe dich!). Nachdem ich eins zwei Ideen abgeguckt hatte, war es ein Selbstläufer und da ich daran so viel Spaß hatte und selbst weiß wie anstrengend es sein kann, möchte ich dir die Möglichkeit geben die Hinweise unsere Nachtwanderung für eine eigene zu nutzen.

Begonnen hat es direkt beim Schuhe anziehen, denn in Neles Turnschuh war bereits der Startzettel versteckt:

 

Der erste Hinweis oh wie fein
wird bei der Kleinsten zu Hause sein!“

 

Nun mussten die Mädchen erstmal nachgucken wer die Kleinste unter ihnen ist und dann ging es los. Ab zu Fionas Eingang. Der Weg war beleuchtet und gesäumt mit Krepppapierschleifchen, die ich zuvor angebracht habe. Ich habe mich tatsächlich so gut es ging rausgehalten und habe nur manchmal beim Lesen der Hinweise geholfen.

Vor der Eingangstür lag einer Schatulle mit einer Taschenlampe, doch diese musste erstmal noch zusammen gebaut werden. So waren sie nochmal ein bisschen beschäftigt. Nun hatten sie eine Lichtquelle für die restliche Reise und fanden noch einen neuen Hinweis.

 

„Lauft nun weiter ganz geschwind
bis ihr folgende Hausnummer find´:
72:2= _ _ „

 

Bei der Hausnummer haben sie etwas länger gebraucht, aber auch den folgenden Hinweis haben sie gefunden und auch sehr schnell verstanden. Ich muss dazu sagen, dass es nun in den Wald ging und die nerven sowieso schon zum Zerreißen gespannt waren. 

 

„Durch einen kleinen Zaun nun huschet durch!
Seid tapfer und ganz ohne Furcht!“

 

Auf dem Weg zu dem kleinen Tor im Zaun Richtung Wald hat uns dann auch noch meine Freundin Isa (Fionas Mama) erschreckt. Naja sind wir mal ehrlich sowas gehört zu einer Nachtwanderung dazu. Natürlich muss man vorher genau darauf achten, dass kein Kind dabei ist, dass schon im Vorfeld richtig große Angst hat. Also immer Vorsicht mit solchen Vorhaben. Am Rand des Waldes gab es dann den nächsten Hinweis.

 

„Setzt die Buchstaben richtig zusammen und ihr habt den nächsten Hinweis.“
A E R S S S T

 

Auf der Rückseite der Hinweiskarte klebte ein Umschlag mit Buchstabenschnipseln, die sie richtig zusammensetzen mussten. Es gab nur einen Weg zur nächsten Straße doch dieser war sehr dunkel und kam uns allen extrem lang vor. Isa und ich hatten an beiden Armen Kinder kleben. Nur meine große Schnipseljägerin stakste vorneweg ohne Angst. Bevor wir über die Straße gehen konnten, musste ein neuer Hinweis gesucht werden.

 

„Und nun weiter durch den Wald, oder ist euch schon kalt?
Ihr könnt entscheiden, wollt ihr weiter, oder ab nach Hause ohne Begleiter?“

 

Nun hatten sie die Wahl mit uns Erwachsenen weiter zu gehen oder allein zurück über den Waldweg. Die Entscheidung fiel sehr schnell und so liefen wir vorsichtig über die Straße in den nächsten Waldabschnitt. Bis zur nächsten Kreuzung. An einem Baum lag ein neuer Hinweis.

 

„Klebrig Netz und Höllenpein greifen nach dir mit acht Bein.
Find die Richtige und lang zu. Wer hält die Karte – sie oder du?“

 

Ich habe in Sichtweise ein Halloween Spinnennetz mit kleinen Spinnen aufgehangen und an einer Spinne hing ein neuer Hinweis. So im Dunkeln ist das nicht ohne und keine wollte so richtig zugreifen. Ein „IIIIhhh“ hier und ein „Bääääh“ dort, aber am Ende haben sie sich doch getraut und einen neuen Reim entdeckt.

 

„Und nun müsst ihr ein ganzes Stück gehen, dann seht ihr an einer Kreuzung stehen,
einen Platz für eine Rast, lauft nun hin ganz ohne Hast!“

 

Auf dem langen Weg bis zur nächsten Kreuzung haben wir ein bisschen gesungen und getanzt, die Angst hatte sich langsam gelegt und dann kam, gerade als die Kids los gerannt sind, weil sie den nächsten Hinweis ganz in der Nähe vermuteten, Isas Mann komplett in schwarz gekleidet mit einem lauten „Wuaaaaaaah“ aus dem Gebüsch gehüpft gehüpft. Hast du schon mal fünf Mädchen Nachts im Wald erschreckt? Ich dachte ich bin taub. Aber wir haben uns köstlich amüsiert. Nach dem Schreck wurde der neue Hinweis gesucht.

 

„Jetzt müsst ihr euch entscheiden – wählt gut! Die Wahl ist schwer – drum seid auf der Hut.
Ihr könnt gehen den hellen Weg und verpasst den nächsten Hinweis und vorbei ist der Spaß!“

 

An dieser Stelle gab es eine Kreuzung mit einem beleuchteten Weg und einem dunklen Weg. Natürlich wollten sie gerne weitere Hinweise finden und Nele stiefelte los und zog die anderen Mädchen mit sich. Am Ende des Weges gab es dann zur Belohnung ein kleines Rätsel:

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Am Spielplatz angekommen wurde erstmal im Mondlicht geschaukelt, gerutscht und geklettert und dann der nächste Hinweis gesucht.

 

„Und nun zurück eine kleines Stück, dort schaut nach rechts und seht den großen Weg über den ihr schnell geht!“

 

Mit dem „großen Weg“ ist die Straße gemeint, die sie überqueren sollten um dort nach einem neuen Zettel zu suchen. Der war diesmal auf dem Boden versteckt und somit für die Kleinste in der Runde endlich am leichtesten zu sehen. Sie war schon ganz traurig, dass sie nie was gefunden hat.

 

„Von hier aus wo ihr steht lauft weiter nach rechts bis ihr seht
das Verkehrsschild welches hier klebt:“

(Einbahnstraßenschild unten auf dem Papier)

 

Der vorletzte Hinweis hing neben dem nächstgelegenem Einbahnstraßenschild gegenüber von Fionas Wohnung (ja wir waren wieder am Anfang). Ein letztes Rätsel und die Lust der Mädchen war auch langsam aufgebraucht. Länger hätte die Nachtwanderung nicht gehen dürfen.

 

„Sagt mal, was kann das sein? Jemand wirft dort Sachen rein
auf die wir manchmal lange warten. So, nun ratet mal ihr Piraten!“

 

Also nun wieder ab nach Hause und den wirklich letzten Zettel an unserem Briefkasten suchen: 

 

„Ihr habts geschafft nun fragt und seid nicht frech, sonst behalte ich den Schlüssel und ihr habt Pech!
Denn im Kasten liegt ganz ohne Müh euer Essen für morgen Früh!“

 

Ich hatte bereits im Vorfeld fünf kleine Cornflakesschachteln mit jeweils einem Löffel in den Briefkasten gelegt und die Mädchen waren ganz aufgeregt als sie den Briefkasten öffneten. Jede suchte sich eine Sorte aus und dann gingen wir geschafft von den letzten 90 Minuten nach oben und machten uns alle fürs Bett fertig.

Und zu welcher Sorte Mama oder Papa gehörst du? Würdest du Angst bekommen bei dem Wunsch der eigenen Kinder eine Pyjamaparty zu bekommen oder würdest du dich auch mit Freude in dieses Abenteuer stürzen? Vielleicht konnte ich dir ja auch ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg geben.

Deine El Ef von ilovesunshine

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